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Intelligenter Strom durch Cloud-Computing

Was nützt einem eigentlich die Solaranlage auf dem Dach, wenn mal wieder schlechtes Wetter ist? Und wenn die Sonne dann doch kräftig scheint – mittags zum Beispiel – dann ist mal wieder niemand da, der den ganzen produzierten Strom verbrauchen kann – Stopp. Das muss schon bald nicht mehr so sein, sind sich Forscher der TU Braunschweig einig.
Zwischenspeicher für die hauseigenen Solarsysteme sind mittlerweile keine Neuheit mehr, doch leider stehen die Speicher die meiste Zeit des Tages ungenutzt im Keller rum. Kommt man nämlich abends von der Arbeit wird erstmal der Fernseher angeschaltet, der Geschirrspüler verrichtet nach dem Abendessen seinen Dienst und auch die Lampen erhellen das Haus. All das bedeutet zugleich, dass der über den Tag gespeicherte Strom schnell wieder verbraucht ist. Doof nur, wenn durch die draußen schon langsam einsetzende Dämmerung kein neuer Strom mehr dazu kommt. Die Folge: Der Speicher bleibt die meiste Zeit des Abends, die komplette Nacht und einen Großteil des nächsten Morgen leer. Das alles hat also nicht wirklich viel mit intelligenter Energiespeicherung zu tun.

 

Der Oldenburger Energieanbieter EWE möchte dagegen nun etwas unternehmen und arbeitet gemeinsam mit der TU Braunschweig und anderen Partnern an einem Konzept, wie man die über den Tag produzierte Energie besser nutzen könnte. Ihr Ergebnis: Sie wollen mittels Cloud Computing neun Haushaltsspeicher und drei Industrie-Batteriepakete miteinander vernetzen. Aus den vernetzten Einzelspeichern soll dann ein virtueller Gesamtspeicher entstehen. Freie Kapazitäten werden durch das System automatisch erfasst und den Versorgern angeboten. Damit könnten bald zumindest die über den Tag nicht genutzten Strommengen verbraucht werden, die ein Speicher alleine gar nicht aufnehmen könnte.
Schon interessant wozu Cloud-Computing mittlerweile in der Lage ist. Man darf gespannt sein, ob das Prinzip bald serienreif ist.